KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: März 2012

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KOR vom 01.03.2012, Heft 03, Seite 121 - 128, KOR0467395
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Brutto- oder Netto-Umsatzausweis nach IFRS – Strukturierungshilfe bei der Ermessensausübung in der Prinzipal-Agenten-Frage

Dr. Fedor Zeyer / StB Dorothea Engler

Dr. Fedor Zeyer ist Leiter Bilanzierungsgrundsätze bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Stuttgart, und engagiert sich in der Vereinigung zur Mitwirkung an der Entwicklung des Bilanzrechts für Familiengesellschaften (VMEBF) e. V.

StB Dorothea Engler ist Senior Konzernrechnungslegung bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Stuttgart.

Die Autoren geben ihre persönliche Meinung wieder.

Die Einschätzung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder Agent auftritt und damit die Umsatzerlöse brutto oder netto (d.h. nur i.H.d. erhaltenen Provision) auszuweisen hat, ist oftmals sehr ermessensbehaftet. In diesem Beitrag wird ein Modell dargestellt, das dem Unternehmen eine Hilfestellung für die Strukturierung und Dokumentation dieser ermessensbehafteten Auslegung geben und diese damit erleichtern soll.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Regelungen zum Umsatzausweis
    • 1. IAS 18
    • 2. Wirtschaftliche Betrachtungsweise des Framework
    • 3. US-GAAP
  • III. IFRS-Prinzipal-Agenten-Modell zur operationalisierten Identifizierung des Prinzipals respektive Agenten
    • 1. Allgemeine Beschreibung
    • 2. Operationalisierung der Beantwortung der Prinzipal-Agenten-Frage
    • 3. Hilfestellung bei der Gewichtung der Indikatoren und der Auslegung der Prinzipal-Ausprägung
    • 4. Beispiel zur Anwendung des IFRS-Prinzipal-Agenten-Modells
    • 5. Vorteile und Schwächen des Modells
  • IV. Anwendung des IFRS-Prinzipal-Agenten-Modells auf vorgelagerte Wertschöpfungsstufen
  • V. Ausblick auf künftige Vorschriften
  • VI. Zusammenfassung

I.Einleitung

Die Umsatzerlöse haben für Unternehmen eine große Bedeutung als Key Performance Indicator, der auch von Investoren, Kreditgebern und Analysten u.a. bei Unternehmensbewertungen mit Multiplikatoren herangezogen wird. Für die Höhe des ausgewiesenen Umsatzes ist entscheidend, ob ein Unternehmen als Prinzipal handelt und die Umsatzerlöse brutto ausgewiesen werden oder ob es als Agent Aufträge an einen Dritten vermittelt und die Umsatzerlöse nur netto i.H.d. erhaltenen Provision zu zeigen sind. Bei der Einschätzung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder Agent auftritt, besteht ein erheblicher Ermessensspielraum. Die Abgrenzung kann in Einzelfällen sehr komplex sein, z.B. wenn ein Unternehmen sowohl Eigenschaften eines Prinzipal als auch eines Agenten aufweist.

Ziel dieses Beitrags ist, die ermessensbehaftete

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